Torsten Ruehle

* 1975 in Dresden geboren
* 1998 Gründung der kunstgesellschaft eiland mit den Malern Peter Ruehle und Daniel Thurau
* 2001 – 2004 Chef der galerie oran für Gegenwartskunst in Dresden
* 2003 – 2005 Extrastudium bei Prof. Arno Rink, Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig
* 2004 – 2005 Extraschüler von Prof. Hanns Schimansky, Kunsthochschule Berlin - Weißensee
* 2005 Artist in Residence, Backfabrik Berlin
* 2006 Kunstpreis Caritas
* lebt in Berlin
Der Schwerpunkt der Arbeit liegt auf Malerei.
Zudem entstehen Grafik, Video- und Rauminstallationen, Objekte und Texte.
Arbeiten in Sammlungen u.a. in Berlin, Wien, Los Angeles, Dresden, Leipzig, Hamburg und Zürich.Stereochrom
Emil Otto Nardorff
Torsten Ruehle verändert die Welt. Bereits aufgeladene Filmstandbilder oder Fotografien klassischer Interieurs verdichtet er unter Umstellung, Abwandlung und Zugabe leicht surrealer Arrangements zu atmosphärischen Bildern.
So geben diverse Geräte, Regler und technische Apparatschaften der Szenerie Eingriffsmöglichkeiten: Schwimmbäder verändern Ausmaße, Temperatur, Wellengang oder Farbe; Wolken ziehen dimmbar an der Zimmerdecke oder Häuser beginnen zu schweben. Daneben fliegen Flaschen oder Eisbecher durch den Raum, winzige Kühe drapieren sich auf einer Teppichwiese und Karussellpferde oder Apfelsinen rollen umher.
Facetten des Lebens, Gesehenes, Fotografiertes oder aus der Uferlosigkeit der alltäglichen Bilderflut im Gedächtnis gestrandete Motive sind malerisch in die Wirklichkeit der Bildwelt collagiert. Die Gegenwart erscheint als eine Montage von modifizierten Wirklichkeiten vor Augen – manchmal mit dem Paradies darin und manchmal mit sagenhaften Abgründen.
Die Bilder entstehen aus einer eigentümlichen Technik: schwarze Linien setzen in massiver Statik grafisch die Form, welche durch meist nur lasierende Ölfarbe gebrochen oder ergänzt wird; der Rhythmus der Linien löst sich in der Melodie der Farben zur Stimmung. Diese wird dabei umso einnehmender, je länger man die Bilder betrachtet – ein seltenes Phänomen. Oft befinden sich mit Pigmentstift gezeichnete Details, Muster, Strahlen oder Pfeile in den Bildern, die sich erst aus der Nähe zu erkennen geben und diese so mit Leichtigkeit spannend halten.
Alles scheint meist ruhig und gesetzt, Stillleben gleich. Auch die seltenen Protagonisten im Bild wirken in sich gekehrt und wie abwesend. Die szenischen Bilder wirken vertraut und doch kann man sich dem gleichzeitig befremdlichen, das von ihnen ausgeht, kaum entziehen. Es liegt etwas in der Luft, als müsste jeden Moment etwas passieren, irgendetwas, dass die spannungsgeladene Stimmung auflöst. Und obwohl es in den Bildern keine klassische Handlung geben kann, entsteht eine Art Film - weil man irgendwann beim Ansehen die Zeit vergisst.










